pfarrbuero@herz-jesu-kirche.de – Tel: (030) 44 38 94 0
Katholische Pfarrei Herz Jesu

Herz-Jesu-Kirche: Fehrbelliner Str. 99,
Hofeingang: Schönhauser Allee 182,
10119 Berlin Mitte / Prenzlauer Berg

St. Adalbert-Kirche: Torstraße 168, 10115 Berlin

Unsere “Fastenreise” geht weiter… (Stand 28.03.2020)

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Leserinnen und Leser,

unsere „Fastenreise“ geht weiter. Es ist schon an sich ein besonderer Weg, denn er besteht aus Buße und Verzicht. Es ist, könnte man sagen, ein Weg der Reinigung durch Feuer. Und in diesem Jahr haben wir nicht selbst gewählt, worauf wir verzichten (auf Feiern, Kommunion und Beziehungen unter anderen…).

Vielleicht erinnert Sie sich: ich habe Aschermittwoch oft betont, dass die besten Bußen (worauf wir verzichten müssen) diejenigen sind, die wir von Gott selbst erhalten, und nicht diejenigen, die sich aus unserer Selbstbeobachtung und Introspektive ergeben.

Dieser Verzicht kostet uns etwas. Aber wahrscheinlich bringt uns diese Schlechte auch Gutes. Vielleicht will Gott diese Zeit (die eine günstige Zeit bleibt, eine Zeit der Gnade) nutzen, um uns auf das Wesentliche unseres christlichen Lebens neu auszurichten.

Was ist dieses Wesentliche, wenn nicht, immer mehr zu “Betern im Geist und in der Wahrheit” zu werden? “…die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so wird der Vater angebetet werden” (Johannes 4,23). Das sagte Jesus zu der Samariterin. Das sagt er mir in diesen Tagen in meinem täglichen Gebet, und vielleicht ist es das, was er uns als Gemeinde sagen will.

Wahrscheinlich ist die wichtigste Botschaft, die wir aus dieser Krise lernen müssen, folgende: Wir sind lebendige Steine und der Tempel des Heiligen Geistes. Solange die Kirchen unzugänglich bleiben, und selbst wenn es uns verboten ist, unseren Glauben zu bezeugen (z.B. in einem Kontext der Verfolgung), bleiben uns unser innerer Tempel, die Tiefe unserer Seele. Der Herr ist allgegenwärtig, aber vor allem an diesem Ort: in der Tiefe unserer selbst. Hier will er sich aufhalten. Für diejenigen, die sich ihm bereits geöffnet haben, ist dies der Ort, an dem er wohnt. Er ist da und spricht zu uns in jedem Augenblick, durch das Flüstern des Heiligen Geistes. Für andere ist dies der richtige Zeitpunkt, um damit zu beginnen. Es ist an der Zeit, dass wir lernen, auf ihn zu hören, um unser “inneren Menschen”, von dem Paulus spricht, zu nähren und zu stärken (Epheser 3,16).

Von diesem Standpunkt aus gesehen sollte uns unsere gegenwärtige Quarantäne nicht deprimieren, solange wir sie als “Chance” zur “Stärkung unseres inneren Menschen” annehmen.

Ich hoffe, dass Sie gestern Abend diese berührende und einzigartige Zeremonie des Urbi et Orbi-Segens des Papstes miterleben konnten.

Wir unsererseits bemühen uns, unseren Beitrag zum Aufbau der „virtuellen Kirche“ zu leisten, indem wir unser Salzkorn zu den vielen Möglichkeiten hinzufügen, die Ihnen angeboten werden, Ihren Glauben “online” zu leben. Da das Feedback auf unsere erste „Streaming-Messe“ am vergangenen Sonntag positiv war, beabsichtigen wir, in diese Richtung weiterzugehen. So werden auch die morgige Messe sowie die Feiern am Palmsonntag und in der Karwoche „live“ übertragen werden.

In Kürze werden wir Ihnen die Zeiten dafür bekannt geben.

Bis dahin wünsche ich Ihnen einen ausgezeichneten und gesegneten Samstag, und eine schöne Woche. Möge der Herr Ihr Friede und Ihre Freude sein, und möge Er Ihren inneren Menschen stärken.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Pater Serge Armand Kouamé CN