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Katholische Pfarrei Herz Jesu

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Freitag der 5 Fastenwoche

Bei den unzähligen Kontroversen zwischen Jesus und seinen Verleumdern ging es meist um die Frage der Identität. Jesus verbindet diese Frage mit den mächtigen Werken, die er ausführt, die er als Beweis für seine Behauptungen sieht. Seine Gegner hingegen ignorieren die unglaublichen Werke, die sie sehen oder von denen sie hören, klammern sich aber an ihr so genanntes Wissen und ihre angebliche Kenntnis der Schrift. 
Der Glaube hat also sehr viel mit der Identität zu tun, denn er macht Gott zum Vater und uns zu Söhnen mit dem Sohn. Es geht letztlich darum, die wahre Identität des Herrn zu erkennen. Es gibt jedoch eine Art Paradoxon. In der Tat impliziert die Idee des “Erkennens der Identität” des Herrn eine persönliche und subjektive Erfahrung, die jedoch die objektive (konkrete) Person Gottes betrifft, der ewig und unveränderlich ist. Und Tatsache ist, dass sich diese Identität je nach den Umständen und singulären Erfahrungen (die nicht weniger authentisch sind) unterschiedlich offenbart. 
Der Prophet Jeremia zum Beispiel, der sich inmitten des Aufruhrs befindet, erlebt den Herrn bzw. ruft ihn an als „gewaltigen Held“ oder auch als „[den], der den Gerechten prüft“, und „[den], der Herz und Nieren sieht“. 
Der Psalmist ist voll des Lobes, wenn er von “seinem” Herrn spricht. Hier sind die Worte, die er verwendet und die absolutes Vertrauen ausdrücken: „Meine Stärke …, mein Fels, meine Burg … mein Rettermeine Festein der ich mich berge, mein Schild und sicheres Heil, meine Zuflucht“. Das alles sind Facetten, die er durch seine Erfahrung entdeckt hat, aber sie sagen uns nicht alles über Gott. 
Was uns betrifft, wie wollen wir heute den Gott, an den wir glauben, beschreiben oder (wieder)entdecken? 
Lassen Sie uns beten: Herr, gib uns die Gnade, dich so zu entdecken, wie du bist, und berichtige in uns die falschen Bilder, die wir von dir haben. Amen!


Ihr Pater Serge Armand CN

Buch Jeremia 20,10-13.

Jeremia sprach: Ich hörte das Flüstern der Vielen: Grauen ringsum! Zeigt ihn an! Wir wollen ihn anzeigen. Meine nächsten Bekannten warten alle darauf, dass ich stürze: Vielleicht lässt er sich betören, dass wir ihm beikommen können und uns an ihm rächen.
Doch der Herr steht mir bei wie ein gewaltiger Held. Darum straucheln meine Verfolger und kommen nicht auf. Sie werden schmählich zuschanden, da sie nichts erreichen, in ewiger, unvergesslicher Schmach.
Aber der Herr der Heere prüft den Gerechten, er sieht Herz und Nieren. Ich werde deine Rache an ihnen erleben; denn dir habe ich meine Sache anvertraut.
Singt dem Herrn, rühmt den Herrn; denn er rettet das Leben des Armen aus der Hand der Übeltäter.

Psalm 18(17),2-3.4-5.6-7ab.7cd.20.

Ich will dich lieben, Herr, meine Stärke,
Herr, du mein Fels, meine Burg, mein Retter,
mein Gott, meine Feste, in der ich mich berge,
mein Schild und sicheres Heil, meine Zuflucht.
 

Ich rufe: Der Herr sei gepriesen!,
und ich werde vor meinen Feinden gerettet.
Mich umfingen die Fesseln des Todes,
mich erschreckten die Fluten des Verderbens.
 

Die Bande der Unterwelt umstrickten mich,
über mich fielen die Schlingen des Todes.
In meiner Not rief ich zum Herrn
und schrie zu meinem Gott. 

Aus seinem Heiligtum hörte er mein Rufen,
mein Hilfeschrei drang an sein Ohr.
Er führte mich hinaus ins Weite,
er befreite mich, denn er hatte an mir Gefallen.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 10,31-42.

In jener Zeit hoben die Juden Steine auf, um Jesus zu steinigen.
Jesus hielt ihnen entgegen: Viele gute Werke habe ich im Auftrag des Vaters vor euren Augen getan. Für welches dieser Werke wollt ihr mich steinigen?
Die Juden antworteten ihm: Wir steinigen dich nicht wegen eines guten Werkes, sondern wegen Gotteslästerung; denn du bist nur ein Mensch und machst dich selbst zu Gott.
Jesus erwiderte ihnen: Heißt es nicht in eurem Gesetz: Ich habe gesagt: Ihr seid Götter?
Wenn er jene Menschen Götter genannt hat, an die das Wort Gottes ergangen ist, und wenn die Schrift nicht aufgehoben werden kann,
dürft ihr dann von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat, sagen: Du lästerst Gott – weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn?
Wenn ich nicht die Werke meines Vaters vollbringe, dann glaubt mir nicht.
Aber wenn ich sie vollbringe, dann glaubt wenigstens den Werken, wenn ihr mir nicht glaubt. Dann werdet ihr erkennen und einsehen, dass in mir der Vater ist und ich im Vater bin.
Wieder wollten sie ihn festnehmen; er aber entzog sich ihrem Zugriff.
Dann ging Jesus wieder weg auf die andere Seite des Jordan, an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte; und dort blieb er.
Viele kamen zu ihm. Sie sagten: Johannes hat kein Zeichen getan; aber alles, was Johannes über diesen Mann gesagt hat, ist wahr.
Und viele kamen dort zum Glauben an ihn.

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