pfarrbuero@herz-jesu-kirche.de – Tel: (030) 44 38 94 0
Katholische Pfarrei Herz Jesu

Herz-Jesu-Kirche: Fehrbelliner Str. 99,
Hofeingang: Schönhauser Allee 182,
10119 Berlin Mitte / Prenzlauer Berg

St. Adalbert-Kirche: Torstraße 168, 10115 Berlin

Dienstag der Karwoche

In der ersten Lesung macht der Prophet Jesaja, der vom Herrn vom Mutterleib an auserwählt wurde, eine entscheidende Erfahrung im Leben und in der Mission eines jeden Jüngers: Es ist die Gnade des Herrn, die alles wirkt. Der Diener ist nur ein Kanal, ein Instrument dieser Gnade. Alle Großzügigkeit, alle Hyperaktivität, alles, was nicht auf den Willen Gottes ausgerichtet ist, ist Streben nach Windhauch…

Was uns betrifft, so ist die Beobachtung folgende: Unsere Konsumgesellschaft, die in dieser Krise zutiefst in Frage gestellt ist, zentriert uns gerne auf uns selbst, auf unseren Besitz und unsere Leistungen. Und in diesem Wettlauf um Erwerb und Anerkennung ist es vielleicht heilsam für uns, die Nichtigkeit eines solchen Lebens zu erfahren.

Kehren wir zu Jesaja zurück, der sich ebenfalls auf sich selbst konzentriert und klagt: „Ich aber sagte: Vergeblich habe ich mich bemüht, habe meine Kraft umsonst und nutzlos vertan“. So fühlt er sich in diesem Moment, als ob die Dinge nicht so liefen, wie er es geplant hatte oder wie er es sich gewünscht hätte. Seine folgenden Worte sind jedoch sehr aufschlussreich: „Aber mein Recht liegt beim Herrn und mein Lohn bei meinem Gott. Jetzt aber hat der Herr gesprochen…“ Hier ist die zweite Entdeckung, die Jesaja macht: Der Schein trügt. Der Herr ist im Verborgenen am Werk, ob wir es fühlen oder nicht, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht. Darüber hinaus dezentriert er uns von uns selbst und unseren engen Plänen, um uns in einen viel größeren Plan einzufügen, der über uns hinausgeht und die ganze Welt betrifft. Denn was Gott vor allem will, ist, dass sein „Heil bis an das Ende der Erde reicht“.

Genau zu diesem Zweck ist Jesus auf die Erde gekommen: Um das Heil zu bringen. Er ist gekommen, um uns von unseren Sünden zu befreien und uns mit dem Vater zu versöhnen. Aber dies wird ihn das Leben kosten, und er wird sogar von einem der Seinen verraten werden. Und gerade jetzt hat seine Stunde geschlagen…

Lassen Sie uns beten: Herr, ich bitte Dich um Vergebung für die Momente, in denen ich Dich verraten habe. Gib mir die Gnade, nicht dem Schein, sondern Dir zu vertrauen. Amen.

P. Serge Armand Kouamé CN

Buch Jesaja 49,1-6.

Hört auf mich, ihr Inseln, merkt auf, ihr Völker in der Ferne! Der Herr hat mich schon im Mutterleib berufen; als ich noch im Schoß meiner Mutter war, hat er meinen Namen genannt.
Er machte meinen Mund zu einem scharfen Schwert, er verbarg mich im Schatten seiner Hand. Er machte mich zum spitzen Pfeil und steckte mich in seinen Köcher.
Er sagte zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will.
Ich aber sagte: Vergeblich habe ich mich bemüht, habe meine Kraft umsonst und nutzlos vertan. Aber mein Recht liegt beim Herrn und mein Lohn bei meinem Gott.
Jetzt aber hat der Herr gesprochen, der mich schon im Mutterleib zu seinem Knecht gemacht hat, damit ich Jakob zu ihm heimführe und Israel bei ihm versammle. So wurde ich in den Augen des Herrn geehrt und mein Gott war meine Stärke.
Und er sagte: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht für die Völker; damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.

Psalm 71(70),1-2.3.5-6.15.17.

Herr, ich suche Zuflucht bei dir.
Lass mich doch niemals scheitern!
Reiß mich heraus und rette mich in deiner Gerechtigkeit,
wende dein Ohr mir zu und hilf mir!

Sei mir ein sicherer Hort,
zu dem ich allzeit kommen darf.
Du hast mir versprochen zu helfen;
denn du bist mein Fels und meine Burg.

Herr, mein Gott, du bist ja meine Zuversicht,
meine Hoffnung von Jugend auf.
Vom Mutterleib an stütze ich mich auf dich,
vom Mutterschoß an bist du mein Beschützer;
dir gilt mein Lobpreis allezeit.

Mein Mund soll von deiner Gerechtigkeit künden
und von deinen Wohltaten sprechen den ganzen Tag;
denn ich kann sie nicht zählen.
Gott, du hast mich gelehrt von Jugend auf,
und noch heute verkünde ich dein wunderbares Walten.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 13,21-33.36-38.

In jener Zeit, als Jesus mit seinen Jüngern bei Tisch war, wurde er im Innersten erschüttert und bekräftigte: Amen, amen, das sage ich euch: Einer von euch wird mich verraten.
Die Jünger blickten sich ratlos an, weil sie nicht wussten, wen er meinte.
Einer von den Jüngern lag an der Seite Jesu; es war der, den Jesus liebte.
Simon Petrus nickte ihm zu, er solle fragen, von wem Jesus spreche.
Da lehnte sich dieser zurück an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist es?
Jesus antwortete: Der ist es, dem ich den Bissen Brot, den ich eintauche, geben werde. Dann tauchte er das Brot ein, nahm es und gab es Judas, dem Sohn des Simon Iskariot.
Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, fuhr der Satan in ihn. Jesus sagte zu ihm: Was du tun willst, das tu bald!
Aber keiner der Anwesenden verstand, warum er ihm das sagte.
Weil Judas die Kasse hatte, meinten einige, Jesus wolle ihm sagen: Kaufe, was wir zum Fest brauchen!, oder Jesus trage ihm auf, den Armen etwas zu geben.
Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, ging er sofort hinaus. Es war aber Nacht.
Als Judas hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht.
Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen, und er wird ihn bald verherrlichen.
Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ihr werdet mich suchen, und was ich den Juden gesagt habe, sage ich jetzt auch euch: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen.
Simon Petrus sagte zu ihm: Herr, wohin willst du gehen? Jesus antwortete: Wohin ich gehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen. Du wirst mir aber später folgen.
Petrus sagte zu ihm: Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Mein Leben will ich für dich hingeben.
Jesus entgegnete: Du willst für mich dein Leben hingeben? Amen, amen, das sage ich dir: Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.