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Katholische Pfarrei Herz Jesu

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Dienstag der 2. Osterwoche

Wie kann das geschehen?” Das ist praktisch Wort für Wort die Frage, die Maria dem Engel Gabriel stellte, der kam, um zu verkünden, dass sie die Mutter des Erlösers sein würde.
Maria war ein unbefangenes junges Mädchen ohne jegliche Lebenserfahrung im Allgemeinen und ohne intellektuelle oder “theologische” Ausbildung.
Andererseits ist derjenige, der diese Frage im heutigen Evangelium stellt, nicht einfach irgendjemand. Es ist Nikodemus, ein “Lehrer Israels” .
Das heißt, er ist eine führende Persönlichkeit, bekannt und anerkannt für seine Kompetenz als religiöse Autorität.
Nur ist er völlig ratlos über die Worte Jesu: “Ihr müsst von neuem geboren werden“… Wie kann das überhaupt vorstellbar sein? Und die Antwort Jesu ist eindeutig: “Du bistder Lehrer Israels, und verstehst das nicht?“.
“Wie kann das geschehen?” Wenn man diese Frage stellt, gibt es eine offensichtliche Voraussetzung: Das, worüber wir sprechen, ist nach aller Wahrscheinlichkeit und Vernunft unmöglich.
Wir befinden uns im Herzen des Ostergeheimnisses, das uns dazu bringt, unsere Vorstellung von dem, was möglich oder unmöglich ist, neu zu bewerten…
Mit der Auferstehung wird die Diktatur oder die Allmacht der Vernunft hart in Frage gestellt.
Es ist absolut nicht möglich, wieder aufzuerstehen, wenn man stirbt, sagt uns die Vernunft. Aber der Glaube sagt uns noch etwas anderes.
Denn mit dem Glauben kann man Dinge und ein Universum begreifen, die völlig außerhalb der Sphäre der Vernunft liegen.
Jesus spricht von “himmlischen Dingen“… Der Glaube versetzt uns in die Sphäre der Offenbarung. Durch den Glauben sind uns Geheimnisse zugänglich, die den Sinnen verborgen sind und von den Weisen und Gelehrten nicht einmal vermutet werden. Der Glaube öffnet uns die Türen zur Welt der Seligpreisungen, einer Welt, in der nichts unmöglich ist: “Selig die reinen im Herzen, denn sie werden Gott sehen” (Mt 5, 8).
Lassen Sie uns beten: Herr, gib uns die Gnade des Glaubens. Gib uns die Gnade, unsere Gewissheiten und Engstirnigkeiten hinter uns zu lassen, die uns dazu bringen, dem, wozu du fähig bist, Grenzen zu setzen. Amen!
Pater Serge Armand Kouamé CN

Apostelgeschichte 4,32-37.

Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele. Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam.
Mit großer Kraft legten die Apostel Zeugnis ab von der Auferstehung Jesu, des Herrn, und reiche Gnade ruhte auf ihnen allen.
Es gab auch keinen unter ihnen, der Not litt. Denn alle, die Grundstücke oder Häuser besaßen, verkauften ihren Besitz, brachten den Erlös
und legten ihn den Aposteln zu Füßen. Jedem wurde davon so viel zugeteilt, wie er nötig hatte.
Auch Josef, ein Levit aus Zypern, der von den Aposteln Barnabas, das heißt übersetzt Sohn des Trostes, genannt wurde,
verkaufte einen Acker, der ihm gehörte, brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen.

Psalm 93(92),1.2-3.4-5.

Der Herr ist König, bekleidet mit Hoheit;
der Herr hat sich bekleidet und mit Macht umgürtet.
Der Erdkreis ist fest gegründet,
nie wird er wanken.
 

Dein Thron steht fest von Anbeginn,
du bist seit Ewigkeit.
Fluten erheben sich, Herr,
Fluten erheben ihr Brausen,
Fluten erheben ihr Tosen.
 

Gewaltiger als das Tosen vieler Wasser,
gewaltiger als die Brandung des Meeres
ist der Herr in der Höhe.
Deine Gesetze sind fest und verlässlich;
Herr, deinem Haus gebührt Heiligkeit
für alle Zeiten.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 3,7-15.

In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden.
Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist.
Nikodemus erwiderte ihm: Wie kann das geschehen?
Jesus antwortete: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht?
Amen, amen, ich sage dir: Was wir wissen, davon reden wir, und was wir gesehen haben, das bezeugen wir, und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an.
Wenn ich zu euch über irdische Dinge gesprochen habe und ihr nicht glaubt, wie werdet ihr glauben, wenn ich zu euch über himmlische Dinge spreche?
Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn.
Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden,
damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat.