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Katholische Pfarrei Herz Jesu

Herz-Jesu-Kirche: Fehrbelliner Str. 99,
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10119 Berlin Mitte / Prenzlauer Berg

St. Adalbert-Kirche: Torstraße 168, 10115 Berlin

Brief vor den Sommerferien – Stand: 20.06.2020

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Schwestern und Brüder im Glauben,

wir bewegen uns auf das Ende dieses besonderen Schul- und Pastoraljahres zu. Nach und nach werden die Bedingungen einer gewissen Normalität wieder hergestellt, und wir erleben wieder die Freude, die Nase hinauszustecken und einander begegnen zu können. Das Leben hat seinen Lauf wieder aufgenommen, und es ist gut, dass es so ist…

Die Zeit ist schnell vergangen, aber zweifellos haben wir noch viel zu entdecken und aus dem zu lernen, was der Herr uns lehren wollte und uns weiterhin offenbaren möchte. Es wäre schade, wenn diese Monate der Quarantäne nur eine einfache “Unterbechung” blieben, die jetzt schon unseren guten alten Gewohnheiten gewichen ist, die wir eilig wieder aufgenommen haben. Ich hoffe, dass jeder von uns in der Lage war, sich selbst zu hinterfragen, zu beurteilen, was für unser Leben wesentlich ist, und sich für Christus zu entscheiden.

Wir freuen uns über die Wiederaufnahme der öffentlichen Messen. Die Tatsache, dass sie derzeit zaghaft besucht werden, spiegelt wahrscheinlich das Klima der Angst und das tiefe Trauma wider, das dieses Virus mit sich bringt und das noch immer besteht. Aber es gibt wahrscheinlich auch die Tatsache, dass unser Glaube auf eine harte Probe gestellt wurde. Auf jeden Fall stellt sich uns eine wesentliche Frage: Was bedeutet für jeden von uns (als Gläubige und Gemeindemitglieder) die tiefe theologische Wahrheit, dass die Eucharistie die Quelle und der Gipfel des christlichen Lebens ist? Wenn die Eucharistie wirklich grundlegend für uns ist, müssen wir uns um jeden Preis dazu entscheiden, dass wir sie weiterhin leben und ihren unerschöpflichen Reichtum nutzen können. Die „spirituelle Kommunion“, die Streaming-Messe und die virtuellen Angebote können die Realität der Eucharistie in keiner Weise ersetzen. Die Zukunft und die Wahrheit der Kirche liegt in der Begegnung und in der wirklichen Gemeinschaft der konkreten Gläubigen, der lebendigen Steine, aber auch der Brüder und Schwestern, die gemeinsam auf dem Weg sind und sich für den Aufbau des Reiches Gottes einsetzen. Glücklich sind wir, dem Ruf des Herrn folgen zu können, der uns in sein Haus und an seinen Tisch einlädt, um gemeinsam zu feiern und von seinem Leben genährt zu werden.

Ist dies möglich oder vernünftig? Ja, klar! Es gibt sicherlich kein “Nullrisiko”, wenn man bedenkt, dass in letzter Zeit in den Nachrichten bestimmte Fälle von Infektionen bei Gottesdiensten oder Eucharistiefeiern aufgetaucht sind. Aber auch hier dürfen wir uns durch diese etwas alarmierenden Nachrichten nicht lähmen lassen. Dies sind Einzelfälle, und eine gründliche Untersuchung muss genau feststellen, was passiert ist. Tatsache ist, dass die vom “Schutzkonzept” des Erzbistums vorgeschlagenen Maßnahmen bisher sehr überzeugende Ergebnisse gebracht haben, sofern sie bis zum Ende eingehalten werden. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um uns zu ermutigen, in unserer Wachsamkeit nicht nachzulassen. Die Gefahr einer zweiten Infektionswelle ist sehr ernst zu nehmen und um jeden Preis zu vermeiden. Die Regierung hat ihr Vertrauen in uns gezeigt, indem sie die Quarantänemaßnahmen gelockert und die Zahl der Menschen, die an den Feierlichkeiten teilnehmen können, erhöht hat. Es liegt an uns, unseren Teil dazu beizutragen, indem wir diszipliniert sind. In diesem Sinne bleiben die folgenden Hauptmaßnahmen bis auf weiteres in Kraft: es gibt keine Mundkommunion und keinen Gemeindegesang, und das Tragen von Masken während der gesamten Messe ist DRINGEND EMPFOHLEN. Es ist sicherlich nicht bequem, die Masken langfristig zu behalten, aber es ist eine Frage der Nächstenliebe und der Verantwortung eines jeden für die Gesundheit seines Nachbarn. Ebenso bitten wir diejenigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die chronischen Husten oder Schnupfen (aufgrund von Allergien oder anderen Symptomen) haben, dies zu berücksichtigen, um ihre Nachbarn nicht zu belästigen (sie können z.B. Sitzplätze bevorzugen, an denen sie etwas separierter sind). In jedem Fall werden im gesamten Erzbistum (einschließlich Sankt Joseph Kirche in Wedding, dem provisorischen Sitz des Erzbischofs) Feiern mit der Maske abgehalten. Herz Jesu kann daher in dieser Hinsicht keine Ausnahme bleiben. Ich nutze gerne diese Gelegenheit noch, um all jenen sehr zu danken, die sich jedes Wochenende als Helfende anmelden, um die Besucher der Messe zu empfangen. Bitte machen Sie es ihnen für ihren Freiwilligendienst leicht.

Ab Juli sind einige Änderungen erforderlich. Wir werden die Messen am Samstag- und Sonntagabend aussetzen, und die Messe am Sonntagmorgen um 10.30 Uhr wird nicht mehr gestreamt. Wir sind dem Team, das dies bisher ermöglicht hat, sehr dankbar. Auch die Anmeldung für die Messen wird anders erfolgen, unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Generalvikars. Wir möchten darum bitten, dass ab Sonntag den 05.07.20 jeder seinen Namen, die Adresse, sowie die Telefonnummer auf das in der Kirche ausgelegte Anmelde-Formular notiert, den Zettel zum Gottesdienst mitbringt und ihn im Eingangsbereich der Kirche in die dafür vorgesehene Box wirft. Die Formulare finden Sie auch im Internet, so können Sie diese bereits zu Hause ausfüllen. Diese werden nach jedem Gottesdienst in einem Briefumschlag verschlossen und vier Wochen aufbewahrt, um dann sachgemäß entsorgt zu werden. Eine vorherige Anmeldung im Internet oder per Mail wird nicht mehr benötigt.

Dies sind vorläufige Maßnahmen, die wir zu Beginn des Schuljahres neu bewerten werden.

In der Zwischenzeit wünsche ich Ihnen einen angenehmen Sommer und einen schönen Urlaub allen, die Urlaub nehmen können.

Seien Sie gesegnet und beschützt vor allem Bösen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr P. Serge Armand KOUAMÉ CN

Pfarradministrator.