Katholische Pfarrei Herz Jesu
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Donnerstag der 4. Osterwoche

Bisher hatte sich Jesus auf seinen Vater bezogen, dessen Sohn und Gesandter er war. Jetzt geht er einen entscheidenden Schritt weiter: Er macht sich dem Vater gleich. Schon früher hatte er bekräftigt: “ich und der Vater sind EINS” (vgl. das Evangelium vom vergangenen Dienstag). Doch hier präsentiert er sich nicht mehr nur gewissermaßen als “bevollmächtigter Botschafter” des Vaters. Er greift genau die Worte auf, die Gott der Vater in seiner Offenbarung an Moses im brennenden Dornbusch gebraucht hat: ICH BIN. Zur Erinnerung: Wir befinden uns am Vorabend der Passion, nachdem Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hat. Sie sind schon jetzt erstaunt über diese unvorstellbare, ja inkongruente Geste ihres Meisters. Aber es warten noch mehr Überraschungen auf sie. Jesus möchte ihnen in diesem entscheidenden Moment zu verstehen geben, dass er nicht nur der geliebte Sohn ist, sondern dem Vater gleichgestellt ist, d.h. dass er auch Gott ist. Und alle Zeichen oder Machttaten, die er vollbringt, haben nur ein Ziel: Den Glauben derer zu wecken, die ihn am Werk sehen: “Ich sage es euch schon jetzt, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt: Ich bin es“. In diesem Fall ist es für sie eine Frage des Glaubens, des Glaubens an diese beiden Wahrheiten, die gelinde gesagt unglaublich sind. Es sind dieselben Wahrheiten, die unserem Glauben mehr als 2000 Jahre später empfohlen werden: Jesus ist der gesalbte und gesandte Sohn Gottes, des Vaters… Mit anderen Worten: Er ist der lang ersehnte Messias. Es gibt keinen anderen und es wird keinen anderen geben. Und zudem, obwohl er nach seinen eigenen Worten “vom Vater kommt”, ist er auch mit ihm EINS. Jesus Christus, wahrer Mensch und wahrer Gott: Das ist die Essenz unseres christlichen Glaubens. Wo stehen wir in Bezug auf dieses tiefe Geheimnis?

Lassen Sie uns beten: Herr Jesus, verwandle und erneuere unseren Verstand, damit uns das Geheimnis deiner Identität zugänglich wird. Amen!

P. Serge Armand KOUAMÉ

Apostelgeschichte 13,13-25.

Von Paphos fuhr Paulus mit seinen Begleitern ab und kam nach Perge in Pamphylien. Johannes aber trennte sich von ihnen und kehrte nach Jerusalem zurück.
Sie selbst wanderten von Perge weiter und kamen nach Antiochia in Pisidien. Dort gingen sie am Sabbat in die Synagoge und setzten sich.
Nach der Lesung aus dem Gesetz und den Propheten schickten die Synagogenvorsteher zu ihnen und ließen ihnen sagen: Brüder, wenn ihr ein Wort des Trostes für das Volk habt, so redet.
Da stand Paulus auf, gab mit der Hand ein Zeichen und sagte: Ihr Israeliten und ihr Gottesfürchtigen, hört!
Der Gott dieses Volkes Israel hat unsere Väter erwählt und das Volk in der Fremde erhöht, in Ägypten; er hat sie mit hoch erhobenem Arm von dort herausgeführt
und fast vierzig Jahre durch die Wüste getragen.
Sieben Völker hat er im Land Kanaan vernichtet und ihr Land ihnen zum Besitz gegeben,
für etwa vierhundertfünfzig Jahre. Danach hat er ihnen Richter gegeben bis zum Propheten Samuel.
Dann verlangten sie einen König, und Gott gab ihnen Saul, den Sohn des Kisch, einen Mann aus dem Stamm Benjamin, für vierzig Jahre.
Gott erhob David zum König, von dem er bezeugte: Ich habe David, den Sohn des Ísai, als einen Mann nach meinem Herzen gefunden, der alles, was ich will, vollbringen wird.
Aus seinem Geschlecht hat Gott dem Volk Israel, der Verheißung gemäß, Jesus als Retter geschickt.
Vor dessen Auftreten hat Johannes dem ganzen Volk Israel Umkehr und Taufe verkündigt.
Als Johannes aber seinen Lauf vollendet hatte, sagte er: Ich bin nicht der, für den ihr mich haltet; aber seht, nach mir kommt einer, dem die Sandalen von den Füßen zu lösen ich nicht wert bin.

Psalm 89(88),2-3.20a.4-5.27.29.

Von den Taten deiner Huld, Herr, will ich ewig singen,
bis zum fernsten Geschlecht laut deine Treue verkünden.
Denn ich bekenne: Deine Huld besteht für immer und ewig;
deine Treue steht fest im Himmel.

Einst hast du in einer Vision zu deinen Frommen gesprochen:
«Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Erwählten
und David, meinem Knecht, geschworen:
Deinem Haus gebe ich auf ewig Bestand,
und von Geschlecht zu Geschlecht richte ich deinen Thron auf.»

Er wird zu mir rufen: Mein Vater bist du,
mein Gott, der Fels meines Heiles.
Auf ewig werde ich ihm meine Huld bewahren,
mein Bund mit ihm bleibt allzeit bestehen.

Evangelium – Joh 13,16-20.

Nachdem Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hatte, sprach er zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr, und der Abgesandte ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat.
Selig seid ihr, wenn ihr das wisst und danach handelt.
Ich sage das nicht von euch allen. Ich weiß wohl, welche ich erwählt habe, aber das Schriftwort muss sich erfüllen: Einer, der mein Brot aß, hat mich hintergangen.
Ich sage es euch schon jetzt, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt: Ich bin es.
Amen, amen, ich sage euch: Wer einen aufnimmt, den ich sende, nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.