Katholische Pfarrei Herz Jesu
Fehrbelliner Str. 99
Hofeingang: Schönhauser Allee 182,
10119 Berlin Mitte / Prenzlauer Berg

St. Adalbert-Kirche: Torstraße 168, 10115 Berlin

pfarrbuero@herz-jesu-kirche.de, Tel: (030) 44 38 94 0

Dienstag der 3. Osterwoche

Manche Reden sind ärgerlich. Nicht unbedingt, dass sie an sich objektiv sind, aber wir empfinden sie so. Dieses Gefühl, das subjektiv ist, bedeutet, dass ein und derselbe Diskurs je nach Empfindung unterschiedlich aufgenommen werden kann. Wenn ein Diskurs uns irritiert oder ärgert, sollten wir, anstatt unseren Empfindungen (und damit unseren Emotionen) sofort freien Lauf zu lassen, uns vielleicht fragen, warum das so ist. Liegt es daran, dass die Rede schlecht ist? Vielleicht liegt es daran, dass der Redner nicht begabt ist? Ist, was er oder sie sagt, nicht stimmig? Oder vielleicht liegt das Problem woanders… Vielleicht stört der Diskurs uns nur, weil er uns “stichelt”, uns aus unserer Komfortzone bringt oder uns gegen den Strich geht? Wenn wir uns auf Offenheit einlassen wollen, wenn wir den Dingen auf den Grund gehen wollen, mag uns die Antwort überraschen… 

In den heutigen Texten sorgen die Worte von Stephanus und Jesus (der sich als “das Brot des Lebens” vorstellt) für Aufregung unter ihren Zuhörern: “Als sie das hörten, waren sie aufs Äußerste über ihn -Stephanus- empört und knirschten mit den Zähnen“. Warum ist das so? Es liegt daran, dass die Dinge, über die Jesus und Stephanus sprechen, nur mit den Augen des Glaubens wahrnehmbar und annehmbar sind. Genauer gesagt, sie müssen uns “offenbart” werden, damit wir sie auf andere Weise als durch unseren Verstand verstehen können. Und der Akteur, der dies möglich macht, ist der Heilige Geist, der Offenbarer der himmlischen Wahrheiten und Geheimnisse, mit dem Stephanus erfüllt wurde. “Ihr, die ihr euch mit Herz und Ohr immerzu dem Heiligen Geist widersetzt“. Dies ist Stephanus’ Vorwurf an seine Verleumder – sie „erhebenein lautes Geschrei“, und „hielten sich die Ohren zu…“. Schließlich geben sie der blinden Gewalt nach und steinigen ihn zu Tode, in der Überzeugung, dass sie damit Gerechtigkeit üben.

Lassen Sie uns beten: Herr, heile uns von unserer geistlichen Blindheit und gewähre, dass wir Deinen Heiligen Geist nicht abweisen. Amen!

P. SergeArmand CN

Apostelgeschichte 7,51-60.8,1a.

In jenen Tagen sagte Stephanus zu dem Volk, den Ältesten und den Schriftgelehrten: Ihr Halsstarrigen, ihr, die ihr euch mit Herz und Ohr immerzu dem Heiligen Geist widersetzt, eure Väter schon und nun auch ihr.
Welchen der Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Sie haben die getötet, die die Ankunft des Gerechten geweissagt haben, dessen Verräter und Mörder ihr jetzt geworden seid,
ihr, die ihr durch die Anordnung von Engeln das Gesetz empfangen, es aber nicht gehalten habt.
Als sie das hörten, waren sie aufs Äußerste über ihn empört und knirschten mit den Zähnen.
Er aber, erfüllt vom Heiligen Geist, blickte zum Himmel empor, sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen
und rief: Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.
Da erhoben sie ein lautes Geschrei, hielten sich die Ohren zu, stürmten gemeinsam auf ihn los,
trieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Die Zeugen legten ihre Kleider zu Füßen eines jungen Mannes nieder, der Saulus hieß.
So steinigten sie Stephanus; er aber betete und rief: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!
Dann sank er in die Knie und schrie laut: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Nach diesen Worten starb er.
Saulus aber war mit dem Mord einverstanden.

Psalm 31(30),3cd-4.6.7b.8a.17.21ab.

Sei mir ein schützender Fels,
eine feste Burg, die mich errettet.
Denn du bist mein Fels und meine Burg;
um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten.
 

In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist;
du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.
Ich verlasse mich auf den Herrn.
Ich will jubeln und über deine Huld mich freuen. 

Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht,
hilf mir in deiner Güte!
Du beschirmst sie im Schutz deines Angesichts
vor dem Toben der Menschen.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 6,30-35.

In jener Zeit sagte die Menge zu Jesus: Welches Zeichen tust du, damit wir es sehen und dir glauben? Was tust du?
Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.
Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel.
Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben.
Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot!
Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.