Katholische Pfarrei Herz Jesu
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Dienstag der Osteroktav

Es scheint eine Diskrepanz zwischen den heutigen Texten zu geben. Denn während das Evangelium die ersten Stunden der Auferstehung erzählt, ruft die erste Lesung die ersten Zeugnisse der Apostel nach Pfingsten in Erinnerung. Es ist, als würde die Zeit schneller vergehen, und unser nächster großer liturgischer Höhepunkt würde bereits in den Blick genommen. 
Aber lassen Sie uns nicht zu schnell vorgehen. Nehmen wir uns die Zeit, zu beobachten, was bei den Freunden Jesu geschieht. Es ist wie ein spannender Film, in dem alles in Bewegung ist. Wir haben mehrere Szenen. 
Wir “sehen” Frauen, die eine gute Nachricht überbringen. Sie wollten das Grab besuchen, da werden sie von einem Engel besucht, der ihnen sagt, dass Jesus am Leben ist. Sie sind hin- und hergerissen zwischen großer Freude und Angst vor dieser unerwarteten Erscheinung. Dennoch beeilen sie sich, den Ort zu verlassen. Die Zeit drängt: Diese Nachricht muss so schnell wie möglich verbreitet werden! Die Gruppe der Jünger, die sich nach der Gefangennahme und dem Märtyrertod des Meisters aufgelöst hatte, darf nicht länger in diesem Gefühl des Scheiterns verbleiben und muss sich wieder zusammenfinden. Der gute Hirte will seine Schafe wieder versammeln, er, der gesagt hatte: “Wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut”… (Lk 11, 23) Er hat die Seinen nicht vergessen, die er bis zur Vollendung geliebt hat und die er “seine Brüder” nennt. Und doch hatten ihn alle feige im Stich gelassen… 
Doch auf diese Frauen warten noch mehr Überraschungen, denn sie selbst werden dem Auferstandenen begegnen und ihn sogar berühren können. Er beruhigt sie: “Fürchtet euch nicht“, sagt er ihnen. Es ist die Zeit der Erscheinungen, es ist die Zeit des Trostes. 
Im gegnerischen Lager dagegen ist es die Zeit der Zweifel, der Panik und der Unwahrheiten. Nehmen wir uns die Zeit, in diese verschiedenen Szenen einzutauchen, und lassen wir uns ganz von diesem großen Mysterium des über den Tod triumphierenden Lebens durchtränken. 
Lassen Sie uns beten: Danke, Herr, für dieses Wunder der Auferstehung. Öffne unseren Geist für dieses unergründliche Geheimnis, damit wir davon leben können. Amen!

P. Serge Armand

Apostelgeschichte 2,14a.36-41.

Am Pfingsttag trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden:
Mit Gewissheit erkenne also das ganze Haus Israel: Gott hat ihn zum Herrn und Messias gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.
Als sie das hörten, traf es sie mitten ins Herz, und sie sagten zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, Brüder?
Petrus antwortete ihnen: Kehrt um, und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
Denn euch und euren Kindern gilt die Verheißung und all denen in der Ferne, die der Herr, unser Gott, herbeirufen wird.
Mit noch vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie: Lasst euch retten aus dieser verdorbenen Generation!
Die nun, die sein Wort annahmen, ließen sich taufen. An diesem Tag wurden ihrer Gemeinschaft etwa dreitausend Menschen hinzugefügt.

Psalm 33(32),4-5.18-19.20.22.

Das Wort des Herrn ist wahrhaftig,
all sein Tun ist verlässlich.
Er liebt Gerechtigkeit und Recht,
die Erde ist erfüllt von der Huld des Herrn.

Siehe, das Auge des Herrn ruht auf denen, die ihn fürchten,
die seine Huld erwarten,
dass er ihre Seele dem Tod entreiße
und, wenn sie hungern, sie am Leben erhalte.

Unsre Seele hofft auf den Herrn;
er ist unsre Hilfe und unser Schild.
Lass deine Güte über uns walten, o Herr,
wie wir auf dich hofften!

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 28,8-15.

Nachdem die Frauen die Botschaft des Engels vernommen hatten, verließen sie sogleich das Grab und eilten voll Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden.
Plötzlich kam ihnen Jesus entgegen und sagte: Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße.
Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen, und dort werden sie mich sehen.
Noch während die Frauen unterwegs waren, kamen einige von den Wächtern in die Stadt und berichteten den Hohenpriestern alles, was geschehen war.
Diese fassten gemeinsam mit den Ältesten den Beschluss, die Soldaten zu bestechen. Sie gaben ihnen viel Geld
und sagten: Erzählt den Leuten: Seine Jünger sind bei Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen.
Falls der Statthalter davon hört, werden wir ihn beschwichtigen und dafür sorgen, dass ihr nichts zu befürchten habt.
Die Soldaten nahmen das Geld und machten alles so, wie man es ihnen gesagt hatte. So kommt es, dass dieses Gerücht bei den Juden bis heute verbreitet ist.

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