Katholische Pfarrei Herz Jesu
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Donnerstag der 5 Fastenwoche

Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen“. Mit diesem Satz beginnt das heutige Evangelium. Glauben zu haben, hieße also unter anderem, “an dem Wort festzuhalten”… um das Leben zu haben. 
Es geht ums “Festhalten”. Ich mag dieses deutsche Wort, das sehr aussagekräftig ist. Das Gegenteil dieses Wortes drückt die Idee aus, was wackelig (und daher unzuverlässig) ist, oder dass eine Aufgabe mit Nachlässigkeit oder Dilettantismus erledigt wird. Und Glaube kann nicht mit Dilettantismus gelebt werden. Um den Nutzen (in diesem Fall das von Jesus versprochene “ewige Leben”) zu erhalten, muss man unbedingt alles investieren. Und das, was uns vielleicht am meisten am Herzen liegt und daher am schwierigsten zu investieren ist, ist unser Vertrauen. 
Dies bringt uns zu einer anderen Definition des Glaubens, die wie folgt formuliert werden könnte: “im Vertrauen festhalten, was auch immer geschieht”. Diese Haltung der Beharrlichkeit im Vertrauen erfordert jedoch Disziplin und Askese. Das ist es wahrscheinlich, wozu wir geführt werden in dieser besonderen Zeit, in der unser Glaube auf die Probe gestellt wird. 
Der Glaube setzt also ein volles Engagement voraus. So hat der Vater alles in die Sendung seines einzigen Sohnes investiert, und der ewige Sohn ehrt ihn mit absolutem Gehorsam: „…Ich kenne ihn, und halte an seinem Wort fest“, sagt Jesus. Dies ist das unbeschreibliche Wunder der unermesslichen Liebe Gottes. Verstehe, wer verstehen kann. Verstehe, wer ein Herz hat, das zur Liebe fähig ist, ein sensibles Herz, das fähig ist, sich von den Worten des ewigen Lebens, die von Jesus ausgehen, erreichen zu lassen. Aber für dieses Spiel sind die Feinde Christi in hohem Maße disqualifiziert. Das ist auch unser Schicksal, jedes Mal, wenn wir die Herrschaft Jesu in unserem Leben leugnen oder wenn wir sein Wort der Wahrheit in Frage stellen. Wir verfallen dann dem Irrtum. Diese Zeit der Gnade ist auch eine Zeit, um aus unserer Halbherzigkeit herauszukommen und von unserem untreuen Verhalten umzukehren.
Lassen Sie uns beten: Herr, mach uns deinem Bund treu. Gib uns die Möglichkeit, Dein Gesicht mit einem freudigen Herzen zu suchen und Dich in Deinem Wort zu entdecken. Amen!


Ihr Pater Serge Armand CN

 

Buch Genesis 17,1a.3-9.

In jenen Tagen erschien der Herr dem Abram.
Abram fiel auf sein Gesicht nieder; Gott redete mit ihm und sprach:
Das ist mein Bund mit dir: Du wirst Stammvater einer Menge von Völkern.
Man wird dich nicht mehr Abram nennen. Abraham – Vater der Menge – wirst du heißen; denn zum Stammvater einer Menge von Völkern habe ich dich bestimmt.
Ich mache dich sehr fruchtbar und lasse Völker aus dir entstehen; Könige werden von dir abstammen.
Ich schließe meinen Bund zwischen mir und dir samt deinen Nachkommen, Generation um Generation, einen ewigen Bund: Dir und deinen Nachkommen werde ich Gott sein.
Dir und deinen Nachkommen gebe ich ganz Kanaan, das Land, in dem du als Fremder weilst, für immer zu eigen, und ich will ihnen Gott sein.
Und Gott sprach zu Abraham: Du aber halte meinen Bund, du und deine Nachkommen, Generation um Generation.

Psalm 105(104),4-5.6-7.8-9.

Fragt nach dem Herrn und seiner Macht;
sucht sein Antlitz allezeit!
Denkt an die Wunder, die er getan hat,
an seine Zeichen und die Beschlüsse aus seinem Mund.
 

Bedenkt es, ihr Nachkommen seines Knechtes Abraham,
ihr Kinder Jakobs, die er erwählt hat.
Er, der Herr, ist unser Gott.
Seine Herrschaft umgreift die Erde.
 

Ewig denkt er an seinen Bund,
an das Wort, das er gegeben hat für tausend Geschlechter,
an den Bund, den er mit Abraham geschlossen,
an den Eid, den er Isaak geschworen hat.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 8,51-59.

In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden: Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen.
Da sagten die Juden zu ihm: Jetzt wissen wir, dass du von einem Dämon besessen bist. Abraham und die Propheten sind gestorben, du aber sagst: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht erleiden.
Bist du etwa größer als unser Vater Abraham? Er ist gestorben, und die Propheten sind gestorben. Für wen gibst du dich aus?
Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so gilt meine Ehre nichts. Mein Vater ist es, der mich ehrt, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott.
Doch ihr habt ihn nicht erkannt. Ich aber kenne ihn, und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte an seinem Wort fest.
Euer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich.
Die Juden entgegneten: Du bist noch keine fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben?
Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich.
Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und verließ den Tempel.

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