Katholische Pfarrei Herz Jesu
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Dienstag der 5 Fastenwoche

Ein “Dialog der Gehörlosen”… Das ist der französische Ausdruck für ein Gespräch, das nicht gelingt, weil die Gesprächspartner sozusagen “nicht auf der gleichen Wellenlänge” sind.
Das ist es, was im heutigen Evangelium geschieht. Eine weitere lange Kontroverse zwischen Jesus und seinen Verleumdern, den geistlichen Autoritäten der damaligen Zeit. Sie können einander nicht verstehen, weil sie nicht die gleiche Sprache sprechen und nicht “aus dem gleichen Universum” kommen. Es ist, als hätte ein Abgrund oder etwas Unversöhnliches sie getrennt. “Ihr stammt von unten, ich stamme von oben; ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt”, antwortet Jesus, der ihnen ein „illustrer Fremder“ bleibt. “Wer bist du denn?”, fragen sie ihn.
Und doch hört Jesus nie auf, ihnen seine Identität zu offenbaren. Aber sie können nicht verstehen, wahrscheinlich, weil sie glauben, alles zu wissen, aber auch, weil ihre Herzen verhärtet sind. Ein echter Dialog ist deshalb unmöglich.
Und doch waren Vielfalt oder Unterschiede an sich noch nie ein wirkliches Hindernis für Begegnung und Kommunikation. In der Tat hat die Sprache der Liebe unter vielen Umständen gezeigt, dass sie – als einzige – in der Lage ist, die Herausforderung der Einheit anzunehmen. Und es waren diejenigen, die sozusagen “Menschen des Herzes” waren, die in der Lage waren, die messianische Identität Jesu zu entdecken (sie waren es, die durch seine Taten den Finger Gottes sahen). Man könnte auch sagen, diejenigen, die ihn liebten oder die ihn unvoreingenommen empfingen. In diesem Fall waren es die sogennante “kleinen Leute”, jene Menschen, die angeblich “einfach und ungebildet” waren, die aber dennoch das Gespür dafür hatten, wo Gott am Werk war. Auf diese Weise konnten sie sich von der Wahrheit, die aus dem Mund Jesu hervorging, anziehen lassen. Als sie die Worte hörten, die er vom Vater zu ihnen sprach und die ihre Herzen trösteten, “kamen viele zum Glauben an ihn”. Und genau dazu ist er gekommen: Um den Willen des Vaters zu tun, damit die Welt glaubt!

Lassen Sie uns beten: Herr Jesus, hilf unserem Mangel an Glauben und der Härte unseres Herzens. Mögest du unsere Zweifel und unsere fruchtlosen Gewissheiten erhellen. Amen!


Ihr P. Serge Armand CN

Buch Numeri 21,4-9.

In jenen Tagen brachen die Israeliten vom Berg Hor auf und schlugen die Richtung zum Schilfmeer ein, um Edom zu umgehen. Unterwegs aber verlor das Volk den Mut,
es lehnte sich gegen Gott und gegen Mose auf und sagte: Warum habt ihr uns aus Ägypten heraufgeführt? Etwa damit wir in der Wüste sterben? Es gibt weder Brot noch Wasser. Dieser elenden Nahrung sind wir überdrüssig.
Da schickte der Herr Giftschlangen unter das Volk. Sie bissen die Menschen, und viele Israeliten starben.
Die Leute kamen zu Mose und sagten: Wir haben gesündigt, denn wir haben uns gegen den Herrn und gegen dich aufgelehnt. Bete zum Herrn, dass er uns von den Schlangen befreit. Da betete Mose für das Volk.
Der Herr antwortete Mose: Mach dir eine Schlange, und häng sie an einer Fahnenstange auf! Jeder, der gebissen wird, wird am Leben bleiben, wenn er sie ansieht.
Mose machte also eine Schlange aus Kupfer und hängte sie an einer Fahnenstange auf. Wenn nun jemand von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben.

Psalm 102(101),2-3.16-17.18-19.20-21.

Herr, höre mein Gebet!
Mein Schreien dringe zu dir.
Verbirg dein Antlitz nicht vor mir!
Wenn ich in Not bin, wende dein Ohr mir zu!
Wenn ich dich anrufe, erhöre mich bald!
 

Dann fürchten die Völker den Namen des Herrn
und alle Könige der Erde deine Herrlichkeit.
Denn der Herr baut Zion wieder auf
und erscheint in all seiner Herrlichkeit.
 

Er wendet sich dem Gebet der Verlassenen zu,
ihre Bitten verschmäht er nicht.
Dies sei aufgeschrieben für das kommende Geschlecht,
damit das Volk, das noch erschaffen wird, den Herrn lobpreise.
 

Denn der Herr schaut herab aus heiliger Höhe,
vom Himmel blickt er auf die Erde nieder;
er will auf das Seufzen der Gefangenen hören
und alle befreien, die dem Tod geweiht sind,

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 8,21-30.

In jener Zeit sprach Jesus zu den Pharisäern: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen, und ihr werdet in eurer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen.
Da sagten die Juden: Will er sich etwa umbringen? Warum sagt er sonst: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen?
Er sagte zu ihnen: Ihr stammt von unten, ich stamme von oben; ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt.
Ich habe euch gesagt: Ihr werdet in euren Sünden sterben; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben.
Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Jesus antwortete: Warum rede ich überhaupt noch mit euch?
Ich hätte noch viel über euch zu sagen und viel zu richten, aber er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit, und was ich von ihm gehört habe, das sage ich der Welt.
Sie verstanden nicht, dass er damit den Vater meinte.
Da sagte Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin. Ihr werdet erkennen, dass ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat.
Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich immer das tue, was ihm gefällt.
Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn.

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