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Katholische Pfarrei Herz Jesu
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Sonntags Hl. Messe: 9:00 Uhr St. Adalbert-Kirche, 10:30 Uhr Herz-Jesu-Kirche

St. Adalbert-Kirche

St. Adalbert – Ein geschichtlicher Abriss –

Durch eine Untergliederung der Pfarrgemeinde Sankt Sebastian erfolgte im Jahre 1927 die Gründung der Kuratie St. Adalbert mit 7.000 Gemeindemitgliedern. Zum Kuratus wurde der bisherige Kaplan in Sankt Sebastian, Willibald Velten, ernannt (12.03.1927). Er wählte zum Patron der neuen Gemeinde den Hl. Adalbert, …

„da ein großer Teil der Gemeindemitglieder aus Ost- und Westpreußen sowie aus Schlesien stammt, wo der Apostel der Preußen besonders verehrt wird“.

Da noch kein eigener kirchlicher Raum vorhanden war, fanden die sonntäglichen Gottesdienste in der Turnhalle der 35. Gemeindeschule, Gartenstraße 107, statt. Gemeindemitglieder sorgten dafür, dass die Turnhalle an jedem Samstagnachmittag durch den Aufbau eines Altares, Aufstellung von Stühlen usw. zu einem zweckdienlichen Raum hergerichtet wurde. In der. Nachmittagsstunden des Sonntags wurde der Abbau vorgenommen. Der erste Gottesdienst in der Turnhalle war am 21. 08. 1927.

adalbert (1)Bereits in den ersten 2 Jahren ihres Bestehens konnte die Gemeinde auf die Gründung von Männer und Frauenvereinen, Jugendgruppen und eines Kirchenchores zurückblicken. 1931 schenkte der Erzbischof von Prag der Kuratie eine Reliquie vom Hl. Adalbert. Ab 1932 erhielt die Gemeinde einen ständigen Kaplan.

Nach dem Erwerb der Grundstücke Linienstraße 100/101 erfolgte am 18. 09. 1932 die Grundsteinlegung für die Kirche durch Prälat Cortain von St. Sebastian. Architekt der Kirche war Prof. Dr. Clemens Holzmeister, der durch seine Bauten im In- und Ausland bekannt geworden ist. Er schreibt später:

„Der Bau von St. Adalbert bleibt eine meiner schönsten Erinnerungen in meinem Leben.“

Die Kirche ist in ihrer Gesamtbetrachtung ein in expressionistischer Stilformen geschaffener saalförmiger Klinkerbau mit sichtbarer Apsisfront zur Straßenseite. 1933 erhielt die Kirche 3 Glocken (Gießerei Schilling u. Söhne, Apolda). 2 Glocken wurden während des Krieges beschlagnahmt und eingeschmolzen. Nach der baulichen Fertigstellung wurde am 13.09.1933 durch Prälat Bernhard Lichtenberg die Benediktion der Kirche vorgenommen. Die feierliche Kirchweihe durch Bischof Dr. Nikolaus Bares fand am 22. 04. 1934 statt.

1933 schenkte der Schauspieler Luis Trenker der Gemeinde ein vom Tiroler Holzschnitzer Adlhardt gefertigtes überlebensgroßes Kreuz, welches ursprünglich als Requisite in dem Film „Der Rebell“ diente. Von den Ärzten des St Hedwig-Krankenhauses wurde die Pieta gestiftet, eine über 500 Jahre alte Holzschnitzarbeit.

Die Mosaiken in der Apsis wurden von Egbert Lammers entworfen.

Sie stellen von rechts nach links betrachtet, den Hl. Sebastian, den Hl. Petrus, den Hl. Adalbert und die H1. Hedwig dar.

AltarraumÜber dem Altar sind in Kreuzesform sechs Sakramente dargestellt: Taufe, Buße, Firmung, Krankensalbung, Priesterweihe und Ehe. Das Sakrament der Eucharistie wird durch das Vorhandensein im Tabernakel zum Ausdruck gebracht. Die Sakramentsdarstellungen werden durch eine Inschrift im Mosaik abgeschlossen: HAURIETIS DE FONTIBUS SALVATORIS – Schöpfet aus den Quellen des Erlösers-. Nach dem Tode von Pfarrer Velten 1937 und nach nur einer einjährigen Tätigkeit des Nachfolgers, Pfarrer Otto Hoffmann (Verzicht aus Krankheitsgründen), übernahm von 1938 bis 1950 Pfarrer Ernst Brzoza die Gemeinde und geleitete sie durch die schwerste Zeit ihres Bestehens.

Durch die Auflösung der Kuratie Maria Viktoria im Jahre 1938 vergrößerte sich die Kuratie St. Adalbert auf 10.000 Gemeindemitglieder. Gleichzeitig erhielt die Gemeinde einen zweiten ständigen Kaplan.

1942 bekam die Kirche eine Orgel mit 1.132 Pfeifen (Orgelbaufirma Steinmeier u. Co.). Bis zu diesem Zeitpunkt wurde der Kirchengesang von einem Harmonium begleitet. Am 22. 11. 1943 wurde das Kirchengebäude bei einem Fliegerangriff von Brandbomben getroffen. Ein Teil der Bänke verbrannte. Die Orgel wurde beschädigt und konnte nicht mehr benutzt werden. Nach dem Brand fanden die Gottesdienste sonntags im Pfarrsaal und werktags in der Kapelle der Schmerzhaften Mutter Gottes (Eingangskapelle) statt. Ab Pfingsten 1944 konnte der Gottesdienst wieder in der provisorisch hergerichteten Kirche gefeiert werden.

lm Februar 1945 schlug bei einem Luftangriff eine Bombe ein und richtete im Altarraum erheblichen Schaden an. Nach Ausräumen des Schuttes und behelfsmäßiger Dachabdeckung wurde ein Altar vor der Kommunionbank aufgebaut, so dass Gottesdienste wieder möglich waren.  Mit Beginn des ständigen Beschusses auf Berlin im April 1945 und nachdem die Kirche im Altarraum von einer Granate getroffen wurde, fanden Gottesdienste nur noch in der Kapelle der Schmerzhaften Mutter Gottes statt. Die besonders wertvollen liturgischen Geräte wurden aus Sicherheitsgründen in den Kellerräumen versteckt und teilweise sogar vergraben. Anfang Mai 1945 besetzte die Rote Armee die Kirche und benutzte den Kirchenraum für einige Tage als Pferdestall.

Nach Beendigung des Krieges fand der Gottesdienst ab Juni 1945 wieder in der Kirche statt. In den Jahren. von 1946 bis 1948 wurde unter schwersten Bedingungen die Instandsetzung des Kirchengebäudes vorgenommen. 1951 konnte auch die restaurierte Orgel neu eingeweiht werden. Nach dem Tod von Pfarrer Ernst Brzoza übernahm von 1950 bis 1972 Pfarrer Josef Eismann die Gemeinde. 1952 konnte der von Rudolf Hettzel geschaffene Kreuzweg in der Kirche angebracht werden. Am 01. 07. 1956 wurde die bisherige Kuratie St. Adalbert zur selbständigen Gemeinde erhoben. Sie zählte 6.000 Mitglieder. Durch die Trennung Berlins 1961 wurde der Gemeinde auch die Seelsorge für die von ihrer Pfarrgemeinde St. Sebastian abgetrennten Mitglieder übertragen. Nach dem Verzicht von Pfarrer Josef Eismann leitete von 1972 bis 1991 Pfarrer Dr. Nikolaus Timpe die Gemeinde.  Am 18.09.1970 wurde der Kaplan von St. Adalbert, Kuratus Johannes Kleineidam, von Papst Paul Vl. zum Weihbischof ernannt und empfing am 03. 10. 1970 unter großer Anteilnahme der Gemeindemitglieder in der St. Hedwigs- Kathedrale die Bischofsweihe. In der Zeit von 1979 bis 1983 wurden im gesamten Kirchenraum umfangreiche Bau- und Renovierungsarbeiten durchgeführt. Als besonders sichtbares Zeichen dieser Veränderung bekam das bereits erwähnte große Kreuz seinen jetzigen Platz im Altarraum.

Von 1981 bis 1991 waren vier Schwestern der von Mutter Teresa gegründeten Kongregation „Missionarinnen der Nächstenliebe“ in der Gemeinde tätig. Besondere Freude lösten die Besuche von Mutter Teresa bei ihren Schwestern und damit auch in der Gemeinde aus. Von 1991 bis 1998 war Pfarrer Thomas Schubert Seelsorger der Gemeinde. 1994 erhielt der Kirchenraum eine neue, der Innenarchitektur angepasste, energiesparende Beleuchtung. 1996 konnte die Neugestaltung des Altarraumes mit dem Aufbau eines neuen Altars – geschaffen von dem Bildhauer Joachim Karbe – abgeschlossen werden. In den Altar wurden die Bronzetüren der ehemaligen Kommunionbank (Entwurf Clemens Holzmeister) eingefügt. Am 22. 12. 1996 wurde der neue Altar und das neue Ambo von Erzbischof Georg Kardinal Sterzinsky feierlich eingeweiht. Unter dem Altar wurde in einer versiegelten Metallkapsel eine Reliquie des Hl. Dominikus (Ordensgründer) beigesetzt. Ehrengast bei dieser Einweihung war auch der ehemalige – unter dem Architekten Clemens Holzmeister tätige – Bauleiter von St. Adalbert, Alfred Schwalke. Durch seine Beratung hatte er einen wesentlichen Anteil bei der Neugestaltung des Innenraumes. Im Herbst 1999 übernahm der ehemalige Generalvikar Peter Wehr die Betreuung unserer Gemeinde für ein Jahr, bevor er das Amt des Generalvikars annahm. Seit dem Jahr 2000 wurde die Gemeinde vom Pater Blin geleitet. 

Durch ein erzbischöfliches Dekret wurden die Gemeinden St. Adalbert und Herz-Jesu ab dem 01.05.2001 zu einem Pfarrverband zusammengeschlossen. Mit Wirkung ab dem 01. Februar 2003 wurde die Gemeinde St. Adalbert durch ein erzbischöfliches Dekret als selbständige Gemeinde aufgelöst, und der Gemeinde Herz Jesu zugeordnet. Die St. Adalbert Kirche bleibt als Gottesdienststelle erhalten. Seit dem 31. Oktober 2004 befindet sich ein ökomenisches Zentrum der Gemeinschaft Chemin Neuf in der Kirche.

ADA